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Mehrfamilienhaus mit senkrechter Holzfassade

Ratgeber

Holzfassade: Aufbau, Holzarten und Brandschutz

Eine Holzfassade hält, wenn das Holz nach Regen abtrocknen kann. Dafür sorgt der hinterlüftete Aufbau aus fünf Schichten.

Kurz gesagt: Hinterlüftet, mit Dämmung, Holzweichfaserplatte, Konterlattung, Lattung und Schalung. Lärche und Douglasie sind von Natur aus dauerhafter als Fichte. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern in Baden-Württemberg gibt es an Holzfassaden keine besonderen Brandschutzanforderungen. Mit Dämmung auf einen U-Wert von 0,20 ist die Fassade förderfähig.

Wie ist eine hinterlüftete Holzfassade aufgebaut?

  • Dämmung: hält die Wärme im Haus
  • Holzweichfaserplatte: winddicht, diffusionsoffen, dämmt mit und führt Wasser ab
  • Konterlattung: schafft die Luftschicht hinter der Fassade, unten Luft rein, oben raus
  • Lattung: trägt die Bretter, quer zur Schalung
  • Schalung: Wetterschutz und Optik, zum Beispiel Boden-Deckel-, Stülp- oder Rhombusschalung

Unten braucht die Fassade Abstand zum Boden. Der Informationsdienst Holz nennt als Spritzwasserschutz in der Regel 30 Zentimeter Sockelhöhe, mit Kiesstreifen etwa 15 Zentimeter.

Welches Holz hält an der Fassade am längsten?

Die Norm DIN EN 350 teilt Holzarten in Dauerhaftigkeitsklassen ein. Laut Deutschem Holzschutzverband:

HolzartDauerhaftigkeitsklasse
Eiche2
Lärche3 bis 4
Douglasie3 bis 4
Fichte4, wenig dauerhaft
Thermisch behandelte Fichte2 laut Herstellerangabe

Für eine bewitterte Fassade reichen die Klassen 1 bis 3. Unbehandelte Fichte braucht deshalb einen Anstrich oder guten konstruktiven Schutz, etwa einen Dachüberstand. Das helle Splintholz gilt bei allen Holzarten als nicht dauerhaft.

Vergrauen lassen oder streichen?

Unbehandeltes Holz wird mit der Zeit silbergrau. Das ist kein Schaden. Unter Dachüberständen bleibt es länger braun, die Fassade vergraut also ungleichmäßig. Wer den Farbton halten will, muss regelmäßig streichen. Vorvergraute Hölzer nehmen das Grau vorweg.

Was sagt der Brandschutz in Baden-Württemberg?

Für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3, also die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser bis 7 Meter, gelten die besonderen Anforderungen an Außenwandbekleidungen nicht (§ 27a Absatz 5 Landesbauordnung). Ab Gebäudeklasse 4 sind Holzfassaden nach den Technischen Baubestimmungen möglich, dann mit schwer entflammbarer Dämmung und Brandsperren. Steht eine Wand an der Grundstücksgrenze oder weniger als 2,5 Meter davon entfernt, kann eine Brandwand nötig sein.

Brauche ich eine Genehmigung für eine Holzfassade?

Nein. Außenwandbekleidungen mit Wärmedämmung sind laut Landesbauordnung verfahrensfrei, außer bei Hochhäusern. Örtliche Gestaltungssatzungen und der Bebauungsplan gelten trotzdem. Eine nachträgliche Dämmung bis 30 Zentimeter einschließlich Bekleidung zählt bei den Abstandsflächen nicht mit.

Wird eine Holzfassade gefördert?

Ja, wenn sie mit einer Dämmung kommt. Die Außenwand muss danach einen U-Wert von höchstens 0,20 erreichen. Dann gibt es 15 Prozent Zuschuss vom BAFA oder 20 Prozent Steuerermäßigung nach § 35c. Wer nur die Bretter tauscht, bekommt keine Förderung.

Holzfassade von Holzbau Keller

Wir bauen hinterlüftete Holzfassaden für Neubau, Aufstockung und Sanierung, beim größten Objekt fast 1.000 Quadratmeter.

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